Die Kammer

Im Schloss, das besichtigt werden kann, kann man heute den hervorragenden Schloßhof besichtigen, der mit Arkaden umfasst ist, die die Perle der Renaissance – Architektur in Oberschlessien sind, als auch eine Reihe der schön im Renaissance –, Klassizismus- , Empire – und Biedermeiergeist möblierten Schloßzimmer.

Mit dem Gedanken an Kunstliebhabern haben wir drei Variante der Schloßbesichtigung vorbereitet: das ganze Schloss – eine Reihe von Räumen im Erdgeschoß, im ersten Stockwerk und die Museumsräume; ausschließlich Museumsräume oder die Besichtigung der Kammer im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk.

Jede Kammer im Schloss ist einmalig. In ihren Räumen gibt es Originalmöbelstücke, die aus verschiedenen Epochen stammen. Um Sie zur Besichtigung des Schlosses  anzuregen, wird unten die kurze Charakteristik von zwei Kammern dargestellt: die sog. Kaminkammer und die sog. Renaissance – Ritterkammer.  Und die beigefügte Galerie wird die Schönheit der beschriebenen Innenräume veranschaulichen.

Der Kaminsaal

Der Kaminsaal befindet sich im ältesten Teil des Schlosses (im Erdgeschoß), mit einer schön restaurierten geschnitzten Schiffsdecke ausgestattet. Die Hauptattraktion des Kaminsaals ist ein echter außergewöhnlicher Neorenaissance – Schrank mit vier Flügeln, mit Pflanzenrank, Masken, Grotesken und Antikmotiven üppig geschnitzt. Die Möbelkonstruktion erinnert an zwei Käfige, die aufeinander  aufgesetzt sind, mit dem Schubladenteil, das sich in der mittleren Höhe befindet. Der präsentierte Schrank ist nicht nur in die architektonisch – bildhauerische Form durch die Bearbeitung der Fläche angereicht, sondern auch durch die Verwendung der reichen Intarsien.

Die nächsten Exponate sind echte Barock – Möbel: eine Anrichte und Esstische. Es ist bemerkenswert, daß die Barock – Möbel als außergewöhnliche Möbel entstanden, sie waren eher Kunstwerke eines Bildhauers als  eines Schreiners. Darin spielt ihre Funktion keine Rolle, sondern der szenographische Eindruck, der das Wunder und die Überraschung hervorrufen soll.  In der Konstruktion der Barock – Anrichten gibt es zwei Kategorien : einteilig oder zweiteilig, sowie diese  in der Kammer präsentierte Anrichte mit dem oberen Konstruktionsteil, wo sich Fächer, Schubladen oder Schränkchen befinden. Die Eßtische charakterisieren sich durch reich verzierte Reliefs, gebogene Füße, die manchmal im Ganzen geschnitzt und mit Traversen verbunden sind, und einen wichtigen Dekorationsteil bilden. Abgesehen von traditionellen Tischen begegnet man Beispiele der Klapptische oder der mittels verschiedenen Mechanismen verlängerten Tische. Manchmal findet man ein fast komplettes Esszimmer, das mit einer Anrichte, einem Hilfstisch, einem Tisch  ausgestattet ist, das aber keine Stühle hat, denn die Stühle sind in der Möbelherstellung  den meisten Zerstörungen aufgrund ihrer intensiven Nutzung ausgesetzt. Eine ähnliche Situation war bei der hier dargestellten Ausstellung der Fall, denn die Stühle stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Der Renaissance –  Rittersaal

Der Renaissance – Saal ist die größte und die prachtvollste Kammer im Schloß von Tarnowice. Sie wurde durch die Neorenaissance – Decke und die außergewöhnlichen Stühle, die nach dem Urheberprojekt des gegenwärtigen Inhabers des Schlosses hergestellt und durch die Tischlerei- oder Schmiedekunstelemente verschönert wurden. Im Hinblick auf den Stil der Stühle, die das Wappenschild enthalten, trägt der Saal den bemerkenswerten Namen: der Rittersaal.

Zur Ausstattung des Renaissancesaals gehören zwei Originalschränke aus dem 18. Jahrhundert, die aus Dresden und Hamburg stammen. Eine besondere Bedeutung hat der Hamburgische Schrank, der ein ausgezeichnetes Beispiel der Evolution dieser Möbelart ist. Die Barock – Epoche hat den Wechsel der Mode zur Folge, und zwar die Einführung der schweren bauschigen Gewänder, und daher die Notwendigkeit, sie  in riesigen Zweiflügelschränken aufzubewahren, wo   sie locker zu hängen  und nicht auf Fächern zu liegen brauchten. Unter verschiedenen Typen von Schränken steht an der Spitze ein sog. Hamburgischer Schrank, der seinen vollkommenen Stil um die Wende von 1700 erreichte. Mit zwei Flügeln mit einer oder zwei Schubladen, auf fünf bauchigen Füßen gestützt, verziert mit der Bekrönung in Form eines profilierten Gesims, mit der gebrochenen Spitze und mit dem geschnitzten Akzent im Mittelpunkt. Die Türfüllungen besitzen in Winkeln geschnitzte Akzente, sowie drei Pilaster, zwischen denen sich die Türflügel befinden.  In Holzschnitzmotiven dominiert das ganze Arsenal von Barockattributen: Putten, menschliche Gestalten, Pflanzenmotive, Früchte und Tiere, die nach dem Vordergrund  drängeln. Die Höhe und die Breite dieser Schränke sind riesengroß.