Die Geschichte

Der ursprüngliche Sitz der Tarnowitzer Herren war eine angeblich archäologisch nicht genau identifizierte Kegelburg in Tarnowice Stare /im Alten Tarnowitz/. Wie lange benutzte man sie, bleibt es unklar. Es ist sicher, daß manche Erbherren, die das Landsgut von Tarnowice /Tarnowitz/ und Repty vereinigten, in ihrem Repty Sitz residierten.

Die Situation änderte sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, damals gelangten Repty und Tarnowice /Tarnowitz/ in Besitz der Wrochem Familie, die aus dem Bytom – Fürstentum stammte. Die dokumentierte Genealogie der Familie beginnt um die Wende des 15. und 16. Jahrhunderts, mit Kacper Wrochem, dessen Verwandter –  Peter Wrochem – der Bauherr des Tarnowitzer Schlosses – war.

Die Wrochem – Familie erzielte bedeutende Gewinne aus dem auf diesem Gebiet geführten Bergbau, und sie wurde eine bedeutende und reiche Familie. Aufgrund der Initiative des erwähnten Peter Wrochem wurde in den Jahren 1520 – 1570 das Renaissance – Schloss errichtet. Erhalten bis heute ist es eines der ältesten und wertvollsten Objekte auf dem Gebiet Schlesiens.

Das Schloss bestand am Anfang aus einem Bauwerk mit drei Flügeln, und einem Hof, der nördlich geöffnet war, und einem Turm im südöstlichen Winkel.  Das Schloss blieb im Besitz von Peter Wrochem und seiner Familie bis zum Anfang des  17. Jahrhunderts.  Die Familie verließ  das Alte Tarnowitz, nachdem sie ihr Landsgut mit dem Schloss von Tarnowice Stare  an Balzer Ohm Januszewski verkauft hatte,  der dadurch der Inhaber des den Zisterzienser von Repty weggenommenen Landsguts in Opatowitz und Pniowitz wurde. Genau wie seine Vorgänger erfreute sich auch Balzer Ohm sowie dann seine Nachfolger großer Ehre, obwohl er zahlreiche negative Charaktermerkmale hatte, und viele wichtige Ehrenposten bekleidete. Balzer Ohm war Landrat von Bytom in den Jahren 1634 – 1643. Während der Plünderung von Bytom durch die schwedischen Soldaten wurde er am 07. Oktober 1643 ermordet. Bis heute gibt es unter der Bevölkerung Legenden über den um Mitternacht durch das Schloss von Tarnowice schwebenden Geist von Balzer, sowie von Gespensten der schwedischen Soldaten, die den in Schlossräumen versteckten Schatz schützen, und auf diese Art und Weise für das angerichtete Übel büßen.  Früher, d.h. im Jahre 1630 kaufte Balzer Ohm von Barbara Schamberg Meysinger das Ortsvorsteheramt  in Tarnowice Stare /im Alten Tarnowitz/. Nach seinem tragischen Tod wurden Paul, und dann Wacław und später im Jahre 1664 auch seine Tochter Anna Felicjana Ohm seine Erben.

Durch die Eheschließung von Anna Felicjana mit dem Erbherrn von Repty ist nach Jahren das Landsgut von Tarnowice in die Herrschaft von Kasper Hunter von Grandon (ihren Ehemann seit Juni 1669 ) übergegangen.  Er war ein schottischer Adelsherr, der das tschechische Indigenat hatte, das ihm am 30. April 1664 verliehen wurde. Nach der Ankunft in Oberschlesien am 31. Oktober 1666 kaufte Kasper Hunter von Grandom Siemianowice, Opatowice,  Tarnowice Stare /Altes Tarnowitz/ und einen Teil von Repty. In seinem Besitz befanden sich Szałsza und Czekanów in der Nähe von Gleiwitz, sowie Bytków und Dąbrówka Mała. Er bekleidete auch im Jahre 1675 einen mit großer Ehre verbundenen und mit erheblichen Vorteile verbundenen Posten des Steuerbeamten und Staathalters, d.h.  des Landrats von Bytom. Kasper Hunter von Grandon starb wahrscheinlich im September 1704, und über das gebliebene Vermögen verwaltete seine Gemahlin Anna Felicjana von Hunter aus der Ohm – Familie.

Kasper und Anna Felicjana hatten drei Söhne Boguslaw, Karol Wacław, Kaspar den Jüngeren,  und eine Tochter: Ewa Elżbieta. Boguslaw übernahm Bytków und Dąbrówka Mała, Karl Wacław – Repty und Kaspar der Jüngere – Szałsza und Czekanów unweit von Gleiwitz. Ewa Elżbieta wurde Ehefrau von Jerzy Leopold Skroński, Besitzer von Budzow unweit von Gorzów Sląski.

Im Jahre 1700 erwarb Jerzy Gusnar  einen Teil des Vermögens der Familie Ohm Januszewski, und im Jahre 1721 verkaufte Anna Felicjana den restlichen Teil des Vermögens in Tarnowice Stare /im Alten Tarnowitz/  und Opatowitz an Ewa Skrońska – das Wappen von Tarczła. Danach wurde Tarnowice /Altes Tanowitz/ unter zwei Inhabern des Vermögens geteilt. Ein Teil des Dorfes gehörte Jerzy Gusnar und der zweite Teil der Familie Skroński.

In den Jahren 1726 – 1732 gehörte ein Teil von Tarnowice inklusive dem Schloss der Familie Lowenkron, die den Posten als Patron der Kirche des Hlg. Martin bekleidete. Im Jahre 1726 erwarb Matin de Lowenkron dieses Landsgut, der aber in 1731 starb.

Ein Jahr nach dem Tode von Martin de Lowenkron verkaufte sein Sohn Thomas das Tarnowitzer  und Opatowitzer Vermögen an Jerzy Józef Gusnar, Die Quellen weisen auf ihn als Besitzer eines Teils von Tarnowice in den Jahren 1700- 1741 hin. Die Anschaffung dieses Vermögens war dadurch möglich, daß ein Heiratskontrakt mit Anna Lowenkron im Jahre 1729 abgeschlossen wurde. Nach dem Tode von Jozef Jerzy Gusnar wurde  Franciszek Gusnar der Erbe. Im Jahre 1766 erfolgte der nächste Wandel von Besitzern von Tarnowice und von zu dem Landsgut gehörenden Gebieten.  Die Inhaberin dieses Vermögens wurde Elżbieta de Jangred, die dann am 06. April 1768 starb, und wurde  der Verwalter dieses Vermögen ihr Ehemann, der am 20. September 1775 starb.        Das Wappen von Jeanaret das Wappen von Koschutzki.

„Tarnowice Stare, das dem Herrn Koschutzki gehörte, hatte zwei Gutshöfe, eine katholische Kirche, eine Schule, 15 Knechte, 16 Bauern, 2 Gerichtsvollzieher und 197 Bewohner“

Kurz danach überging das Landsgut von Tarnowice /Tarnowitz/ in die Hände von Karol Erdmann Larysz, der es in Jahren 1784 – 1787 besaß. Er war der Vertreter der alten Ritterfamilie, die seit Jahrhunderten mit Schlesien verbunden war. Zwischen Jahren 1787 und 1791 besaß Jan Daniel Neugebauer das Landsgut von Tarnowice /Tarnowitz/, das dann dieses Landsgut an Jan Bogumił Büttner verkaufte. Im Jahre 1822 gingen das Schloss und das Langsgut dank Karol Łazarz Henkel von Donnersmarck in Besitz der Graf- Familie von Donnersmarck uber. Unter seiner Regierung kam es zu zahlreichen Modernisierungen, es wurden moderne Maschinen aus England importiert, infolgedessen entwickelte sich der Besitz und brachte immer mehr Vorteile. Der Nachfolger von Karol Łazarz wurde Guido Graf Henckel von Donnersmarck, der das Familienlandsgut schuf. Höchstwahrscheinlich entstanden binnen der Herrschaft der Familie Henckel von Donnersmarck ein gemauerter Hofspeicher, ein Stall und eine Scheune auf dem wirtschaftlichen Hof im östlichen Teil. Die Familie besaß bis 1945 das Schloss und das Landsgut von Tarnowice / Tarnowitz/.

In den 60 – er Jahren benutzte man den Schloßkomplex / Kompleks Zamkowy/ als Verwaltungs -, Wohn-, und Produktionsstelle für den  Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb.  In dieser Zeit wurden das Wirtschaftsgebäude und der Kuhstall gebaut. Seit 1988 waren die meisten Objekte nicht mehr benutzt. Lediglich das Verwaltungsgebäude wurde als Tennisspielplatz verwendet. Im Teil, der im 19. Jahrhundert dem Schloss angebaut wurde, wirkte die „Kastellan“ Gaststätte vorläufig.

Am 31. Mai 2000 wurde der Schloßkomplex / Kompleks Zamkowy/  von Krystyna und Rajner Smolorz gekauft, die den Entschluss trafen, es zu revitalisieren. Mit der ungewöhnlichen Pflege und dem Engagement unternahmen sie eine Reihe von Investitionen, um die Herrlichkeit dem  in den Zerfall geratenen Objekt zurückzubringen. Diese Maßnahmen umfassten das ganze Gelände, vom Komplex inklusive der sich dort befindenden Objekte mit ihrer Bewirtschaftung.